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Auswärtsfahrt nach Szekesfehervar

12.02.2010 | 6 Kommentare

Liebe Eishockeyfans,


momentan ist es still in der Albert Schultz Halle. Die Vienna Capitals haben über eine Woche kein Heimspiel. Ich dachte mir, dass es Euch vielleicht interessiert, wie ein Auswärtsspiel bei uns abläuft.

Kevin Kraxner

Am vergangenen Sonntag stand für uns das Auswärtsspiel bei Fehervar Alba Volan auf dem Programm. Ein Team, das in Österreich gerne unterschätzt wird. Die Ungarn verfügen über eine starke Mannschaft. Sie haben eine unangenehme Spielweise und können in jedem Shift ein Tor erzielen. Aber genug zur Ausgangsposition - lasst mich den Tag noch mal rückblickend für euch analysieren.

Am Vormittag haben wir uns in der Mannschaftskabine getroffen. Zu Beginn stand wie immer eine Einheit am Ergometer auf dem Programm. Die Füße sollen damit auf „Betriebstemperatur“ gebracht werden. Nach dem Körper braucht auch der Kopf eine Trainingseinheit. Der Gegner wurde im Anschluss auf Video genau studiert. Schließlich geht es darum, dass sie uns taktisch nicht überraschen. Damit waren die „Hausaufgaben“ erledigt. Nun stand Angenehmes auf dem Zeitplan. Um gute Leistungen abrufen zu können benötigt der Körper natürlich auch seinen „Treibstoff“. Abhängig vom Gegner essen wir entweder in Wien oder am Weg zum Spiel. Am Sonntag stand das Mittagessen um Punkt 12 Uhr auf dem Programm. Am Speiseplan stand Fleisch, Reis und verschiedene Saucen.

Um 12:30 Uhr war Abfahrt. Der Weg zum Spiel selbst ist von einem gekennzeichnet: Volle Konzentration! Jeder Spieler hat sein individuelles Programm. Viele hören Musik im MP3-Player oder schlafen. Was ich mache? Bei mir ist es je nach Tagesverfassung und Laune. In der Regel bin ich vor einem Spiel sehr ruhig und äußerst konzentriert.

Nach dem Spiel hängt viel vom Resultat und der Stimmung ab. Manchmal lese ich Emails oder surfe im Internet. Die meiste Zeit aber verbringe ich lachend. Denn eine Reihe hinter mir im Teambus sitzt Rafael Rotter. Er hat so viele positive Dummheiten im Kopf. Langweilig wird es (wie ihr euch vorstellen könnt) in der Regel recht selten. Damit wäre auch ein kleines Geheimnis gelüftet - wenn ihr kurz in meinem ersten Blog nachlesen wollt.

Irgendwann geht jede Auswärtsfahrt zu Ende. Dann kommen wir müde und abgekämpft nach Hause. Irgendwann (meist spät in der Nacht) wird dann aus dem Eishockeyspieler der Privatmann Kevin Kraxner. Dann freue ich mich auf drei Dinge: Meine Lebensgefährtin Nicole, ihren Sohn Marcel und in der Regel auf mein Bett.

Noch kurz zum Spiel. Beide Teams haben einen großartigen Fight abgeliefert. Fehervar Alba Volan hat mit den Fans im Rücken sehr stark gespielt. Wir haben dagegen gehalten. So entwickelte sich ein Klassespiel. Plötzlich waren die Ungarn mit 5:2 vorne – für uns eine Initialzündung. Wir haben danach alles riskiert und wurden dafür belohnt. Yves Sarault konnte 15 Sekunden vor dem Spielende den Ausgleich erzielen. In der Verlängerung hatten die Ungarn das bessere Ende für sich – wir haben 5:6 verloren. Aber ein Punkt bei einem äußerst heimstarken Team ist nicht schlecht. Im Kampf um die Tabellenspitze war es mit Sicherheit kein verlorener Punkt.

Ich hoffe ich habe Euch einen kleinen Einblick geben können wie der Ablauf eines Auswärtsspieles aussieht,

bis bald,
Euer Kevin

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6 Kommentare

  1. Marc

    Schade das du nur 1x pro Woche schreibst ;) Super Sache und lässig geschrieben. Bitte unbedingt genauso weitermachen!!!!

  2. Blogleserin

    Schön, mal nicht nur vom hartem Eishockeyspiel zu lesen, sondern von dir - einem Spieler - deine Ansichten und Eindrücke und Empfindungen zu erhalten. Super, spannende Geschichte - weiter so!

  3. Markus75

    Hallo Kevin!
    Kannst auch mal erzählen wie ein Heimspiel für dich ist? Dein Blog ist Klasse! Mach weiter so!

  4. Conrad Kleiner

    Hi Kevin!

    Danke für die Insider-Stories! Bleib dran und viel Glück.

  5. nina69

    Hallo Kevin !

    Dein Blog ist echt klasse. bitte unbedingt weitermachen.

  6. Berni

    Interessant!!!
    Schade um den verlorenen Punkt.

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