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So schnell kann es gehen …

15.10.2010 | 6 Kommentare

Hallo liebe Eishockeyfreunde,

so schnell kann es gehen. Nach drei Niederlagen zum Saisonstart wurde viel von Krise und Fehlstart gesprochen. Sieben Spiele später stehen wir in der Tabelle auf Rang drei. Die meisten Experten haben uns dort vor der Saison erwartet. Es war aber ein hartes Stück Arbeit für uns, wieder in die Erfolgsspur zurück zu kommen.

Nach den drei Niederlagen zum Saisonstart haben wir eine stolze Bilanz von sechs Siegen bei einer Niederlage. In den wenigen Wochen der Saison haben wir schon viel mitmachen müssen. Verletzungen, Sperren, unglückliche Spielverläufe und einige negative Erlebnisse. Mein Gefühl sagt mir, dass uns der Saisonstart als Mannschaft enger zusammengeschweißt hat. Wir haben verstanden, dass wir noch mehr für die Mannschaft arbeiten müssen. Diese Lektion in Expresszeit hat aus meiner Sicht dazu geführt, dass wir diesen Zwischenspurt geschafft haben.

Ich weiß es klingt kitschig, aber den positiven Teamgeist aus der vorigen Saison haben wir heuer konservieren können. In der Kabine haben wir fast eine familiäre Stimmung. Jeder kommt gerne zum Training. Auf dem Eis sind wir eine Einheit. Es macht großen Spaß, ein kleiner Teil dieser Mannschaft sein zu dürfen. Ich habe in den letzten zwei Saisonen sehr viel gelernt, was Teamgeist betrifft. Daher auch an dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Mannschaft.

Häufig werde ich gefragt wie es ist einen Francois Fortier in der Mannschaft zu haben und wie er so ist. Ihr wärt überrascht. In der Kabine ist Francois ein “Anti-Star”. Er ist ein sehr netter Kerl mit einem sehr feinen Charakter. Auf dem Eis ist er eine Wucht. Für seinen Schuss braucht er einen Waffenschein. Ich habe selten einen Spieler erlebt der so präzise und hart schießen kann. Ganz ehrlich muss ich zugeben, dass ich Francois lieber als Mit- denn als Gegenspieler habe. Wie ich das genau meine kann sich jeder vorstellen, der uns heuer bereits in Aktion gesehen hat.

Noch ein Thema der letzten Tage war der Check von Robert Lukas gegen Benoit Gratton. Ich hoffe ihr könnt verstehen, dass ich weder den Check noch die Länge der Sperre beurteilen will. Bei diesem Check konnte aber jeder Eishockeyfan sehen, wie gefährlich unser Sport sein kann. Es wirken zum Teil sehr starke Kräfte bei einem Check auf den Körper ein. Verletzungen können immer passieren. Daher auch an dieser Stelle mal ein Gruß an alle Kollegen, die momentan sich von einer Verletzung erholen. Schmerzen sind in einer Kontaktsportart wie Eishockey vorprogrammiert. Während die Fans uns unterstützen spüren wir sie kaum. Erst wenn die Hormone an Wirkung verlieren – dann spüren wir was passiert ist. Ja, wir Eishockeyspieler sind in diesen Punkt etwas anders.

Wie geht es weiter? Am Freitag spielen wir auswärts in Villach gegen den VSV. Ich denke jeder der sich im österreichischen Eishockey auskennt weiß, was uns auswärts erwartet. Es wird ein sehr schnelles Spiel werden. Ein packender Fight auf höchstem Niveau. Natürlich hoffen wir auch beim Zweiten in der Tabelle weitere Punkte anzuschreiben. Es wird jedoch ein hartes Stück Arbeit für uns.

Das nächste Heimspiel ist am kommenden Sonntag den ungarischen Vertreter SAPA Fehervar. Wer auf die Tabellen blickt, denkt, dass es ein einfaches Spiel für uns werden wird. Aber halt! So etwas zu glauben ist falsch und gefährlich! Die Mannschaft wird sich mit den Ungarn ab dem Spielende in Villach beschäftigen. Eines könnt ihr mir aber glauben – KEINER wird den Neunten der Tabelle unterschätzen. Aus meiner Sicht erwartet uns ein schwieriges Stück Arbeit. Die Ungarn sind deutlich besser als es die Tabelle ausdrückt. Aber mit der Unterstützung von den Rängen werden wir das Spiel hoffentlich erfolgreich gestalten.

Was kann ich euch über mich privat berichten? Maurice geht es weiter ausgezeichnet. Er ist gesund und entwickelt sich blendend. An dieser Stelle ist es für mich auch an der Zeit DANKE zu sagen. Nicole managt das Privatleben äußerst effektiv. Natürlich bin auch beim Windelwechseln dabei (und denke auch mittlerweile schon ganz gut!) und gebe die Flasche wenn es mir nur geht – aber ohne meinen Schatz würde es nicht gehen. Mein Transfer von Graz nach Wien war sportlich ein Glücksfall für mich. Privat war und ist Nicole mein persönlicher Stanley-Cup-Sieg. Wir Männer erklären unseren Frauen zu selten wie wichtig sie für uns sind. Aber was wären wir ohne sie?

In den letzten Tagen bin ich häufig gefragt worden, wann der nächste Blog kommt. Viele Menschen schaffen es immer wieder, dass ich immer wieder positiv überrascht bin. Daher auch wieder an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für das zahlreiche Lesen und euer Feedback.

Bis bald
Euer Kevin

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6 Kommentare

  1. Anonymous

    hallo kevin wenn ich dir sage ich bin der größte caps fan dann kennst du mich sicher. Es ist mir immer eine freude deine bloggs zu lesen alles gute für dich und deine familie im sportlichen sowie im privaten leben

    LG : Christopher

  2. Petra (Ex LAOLA1)

    Hallo Kevin,

    Sehr lieb, was du über deine Frau und deine Familie schreibst.

    Für’s Sprortliche wünsche ich dir, dass du künftig deine vielen, vielen Top-Chancen verwertest. Von der Schnelligkeit bist du wahrscheinlich eh nicht mehr zu schlagen. Einfach top!

    LG Petra

  3. Jasmin

    genau, schreib öfter so nette Texte. Nicole kann sich glücklich schätzen einen Mann zu haben, der ihr auch in der Öffentlichkeit seine Liebe zeigt. ;)

    Francois Fortier wirkt echt sympathisch. So richtig zum knuddeln, wie einige von euch *g*

    Viel Glück weiterhin bei den Spielen und privat!

    glg Jasmin

  4. Anonymous

    Gfallt ma wie immer! Du bist ein superanständiger Kerl aber schreib a bisl öfter ;)

    Viel Glück in Villach und gegen die Ungarn!

    lg

  5. SH

    Hallo Kevin,

    weiterhin alles Glück auf der ganzen Linie - sportlich wie privat!!

    Sowas will man öfter lesen!!!

    :o)

  6. nina

    hallo kevin !

    Das ihr euch untereinander gut versteht, sieht man auf dem Eis.
    Ich bin zwar ein Hockeyneuling, aber das “verstehen” sieht und spürt auch ein Fan in der Halle. Die letzen Spiele waren beim zuschauen, mitfiebern und freuen echt ein Wahnsinn.

    Lg
    Nina

    P.S.: Melanie und ich freuen uns schon auf Dein nächstes Winken in der AHS am Sonntag :)

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